Phelsuma laticauda – Der GoldstaubtaggeckoPhelsuma laticauda angularis - junges Weibchen

 

Die Gattung

Die Gattung Phelsuma ist sicher eine der farbenprächtigsten innerhalb der Terraristik. Die meisten Arten der Gattung leben auf Madagaskar, den Maskarenen, den Komoren oder den Seychellen, einige jedoch auch auf dem afrikanischen Festland oder gar auf den Andamanen vor Indien. Die tagaktiven Geckos stellen teilweise recht unterschiedliche Ansprüche an ihren Lebensraum, doch die hier beschriebenen für den Goldstaubtaggecko gelten für die meisten im Handel erhältlichen Arten. Die am Schluss genannte Literatur soll für ein weiter gehendes Studium dienen.

Die Art – die Unterarten

Phelsuma laticauda laticauda und Phelsuma laticauda angularis heißen die beiden Unterarten. Beide weisen ähnliche Zeichnungsmuster auf: eine grüne Grundfärbung, die namengebende gelbe Sprenkelung im Nacken sowie rote Flecken auf dem Rücken und eine teilweise bläuliche Färbung des Schwanzes. Die roten Dorsalflecken bestehen bei der Nominatform P. l. laticauda aus drei großen Flecken, von denen der mittlere etwas weiter vorn angeordnet ist als die beiden seitlichen. Die Färbung der Tiere ist insgesamt kräftiger und grünlicher. Dagegen ist P. l. angularis eher pastellfarben gefärbt, und die blaue Farbe des hinteren Rückenbereiches ist häufiger. Außerdem sind die drei Rückenflecken zu einem V-förmigen Keil zusammengewachsen.

Phelsuma laticauda kommt in den nördlichen Bereichen Madagaskars vor und ist ein Regenwaldbewohner. Die Tiere benötigen daher eine recht hohe Luftfeuchtigkeit von ca. 60 – 70 % tagsüber und 90 – 100 % nachts.

Haltung

Ein Terrarium für ein Pärchen, also 1,1 Phelsuma laticauda, sollte die Mindestmaße von 40/40/60 aufweisen – größer ist dabei natürlich immer besser. Es sollte dabei ein Hochkant-Maß eingehalten werden, da die Tiere gern klettern und so außerdem eine größere Temperaturverteilung im Becken erreicht werden kann. Das heißt, dass es in den oberen Bereichen, wo üblicherweise die Lampen angebracht sind, wärmer ist, während die Tiere unten auch in kühleren Bereichen Zuflucht suchen können.

Die Lampen sollten entweder aus einer 70 W HQI oder HQL-Lampe bestehen oder aus ein bis zwei Neonlampen. Diese kann man gut über eine Zeitschaltuhr steuern, um nicht selbst jeden Morgen und Abend schalten zu müssen. Die Lampen sollten im Sommer zwischen 12 und 14, im Winter zwischen 10 und 12 Stunden leuchten, um den Tieren so eine „Winterpause“ anzubieten. Zwar sind die Unterschiede in der Natur nicht ganz so deutlich, doch kann das Weibchen dem Männchen im Terrarium nicht entkommen, und durch die künstliche Pause verschaffen wir dem Weibchen eine Ruhepause, damit sie nicht ununterbrochen Eier legt.

Die Bepflanzung des Terrariums kann mit beliebigen im Baumarkt erhältlichen, tropischen Pflanzen erfolgen. Dabei sollte auf folgende Aspekte geachtet werden:

-    keine Stacheln

-    Die Pflanzen sollten glatte und feste Blätter haben, auf denen die Tiere gern laufen. Besonders gut geeignet sind z. B. Bogenhanf (Sansevieria), Banane, Palmen, Monstera usw.

-   Kleinere Bromelien eignen sich gut als kleine Wasserreservoirs. Mit zu großen Wasserfallen (z. B. einige Kannenpflanzen) sollte man jedoch vorsichtig sein.

-    Sollten für den Menschen giftige Pflanzen verwendet werden, sollte das Terrarium gegen unerlaubten bzw. unbeobachteten Zugriff geschützt werden (vor allem vor Kindern), z. B. durch Terrarienschlösser, die man im Terrarienhandel bzw. auf Börsen erhalten kann. 

Das Terrarium sollte mindestens ein mal am Tag mit Wasser übersprüht werden, im Sommer eher zwei mal – dafür eignet sich gut eine Blumenspritze, in der natürlich nie gedüngtes Wasser gewesen sein darf. Eine Beregnungsanlage lohnt sich sicher erst, wenn man mehrere Terrarien täglich zu versorgen hat. Das Sprühen kann entweder immer morgens (um Taubildung zu simulieren) oder abends (um die nächtliche Luftfeuchtigkeit zu erhöhen) erfolgen. Eine Wasserschale sollte zusätzlich im Becken stehen.

Phelsumen ernähren sich vorrangig von Insekten und können daher gut mit den handelsüblichen Futtertieren wie Grillen, Heimchen, Fliegen, kleinen Heuschrecken, Wachsmaden, kleinen Schaben etc. gefüttert werden. Sie sind jedoch auch einer kleiner Schleckerei, wie z. B. Bananenbrei oder Fruchtjoghurt mit exotischer Geschmacksrichtung, nicht abgeneigt – um einer Verfettung der Tiere vorzubeugen, sollte man solche Leckereien nicht zu oft reichen. Ein mal die Woche oder alle zwei oder drei Wochen ist sicher ausreichen. Solch begehrte Gaben können, per Pinzette oder sogar auf dem Finger gereicht, übrigens die Freundschaft erhalten ;-)

Die Futtertiere sollten mit vitamin- und mineralhaltigen Pulvern bestäubt werden, um die einer Unterversorgung vorzubeugen. Solche Mittel sind im Fachhandel oder beim Tierarzt erhältlich. Wichtig ist vor allem, dass die Weibchen ausreichend Kalk erhalten. Dazu bietet es sich beispielsweise an, ab und zu geriebene Sepiaschale (von der Vogelhaltung bekannt) unter ein wenig Bananenbrei zu mischen, sodass sie gern genommen wird. Wir hängen den geriebenen Kalk sogar pur in Deckeln von Mineralwasserflaschen ins Terrarium, an dem sich die Weibchen dann bedienen. Vorsicht gilt bei der Kalkversorgung der Männchen – zu viel kann hier schaden!

Eine Gruppenhaltung von einem Männchen mit mehreren Weibchen ist grundsätzlich möglich, wobei die Tiere unbedingt gut beobachtet werden müssen. Bei Streitereien und ernsthaften Beißereien (nicht zu verwechseln mit dem Nackenbiss, den die Männchen während der Paarung beim Weibchen ansetzen) müssen die Tiere getrennt und in separaten Becken gehalten werden! Darüber muss man sich also vorher im Klaren sein. Auch eine Vergesellschaftung mit anderen Gattungen ist unserer Erfahrung nach möglich, beispielsweise mit Pfeilgiftfröschen (z. B. Dendrobates tinctorius) oder Anolis (z. B. Anolis sagrei). Nie jedoch sollte Phelsuma laticauda mit anderen Phelsumen vergesellschaftet werden.

Zucht

Für die Zucht ist natürlich vorrangig wichtig, dass die Tiere korrekt gehalten werden, dass die Klimabedingungen stimmen, die Tiere gesund sind und abwechslungsreich und maßvoll (nicht öfter als alle zwei bis drei Tage) gefüttert werden. Zugegebenermaßen ist die Geschlechtsbestimmung bei Phelsumen nicht einfach. P. laticauda hat den Vorteil, dass die Männchen häufig geringfügig größer und breiter werden als die Weibchen, sodass das auch als Unterscheidungsmerkmal gelten kann. Ansonsten kann man sie anhand der größeren Präanofemoralporen, seitlich unter der Kloake und den oberen Oberschenkeln, erkennen sowie an den beiden Hemipenistaschen, die eine Verdickung direkt unter der Kloake formen.

Den Weibchen sollten nun immer ausreichend Kalk sowie geeignete Eiablageplätze zur Verfügung stehen, wie z. B. offener Bambus und Pflanzen, die trockene Zwischenräume und Kelche haben, in denen die Weibchen gern die Gelege absetzen.

Meist handelt es sich um Doppelgelege, die ca. 60 bis 80 Tage liegen, bis die Jungtiere schlüpfen. Die Eier – meist ein Doppelei, das das Weibchen frei legt, nicht klebt – sollten aus dem Becken entfernt werden, da die Eltern den Jungen nachstellen können. Man kann sie in eine gereinigte Heimchendose legen, die halb mit angefeuchteter Erde gefüllt ist. Diese Dose stellt man leicht schräg (damit Kondenswasser am Deckel abfließen kann und nicht auf die Eier tropft) zurück ins Terrarium, möglichst an eine Stelle mit ähnlichen klimatischen Bedingungen, wie das Weibchen gewählt hatte.

Wenn die Jungtiere schlüpfen, kann man sie mit den handelsüblichen flugunfähigen Fruchtfliegen (Drosophila) und Bananenbrei ernähren. Auch hier sollten die Vitamin- und Mineralstoffgaben nicht fehlen. Eine Vergesellschaftung der Jungtiere miteinander und mit anderen Arten und Gattungen ist bedingt möglich, sollte jedoch dringend beaufsichtigt werden.